• Jesus hat gesagt, dass seine Worte "Geist und Leben" sind (Joh 6:63). Wer seinen Worten glaubt und danach handelt empfängt das ewige Leben. Wer aber die Worte Jesus nur mit den kritischen Werkzeugen modernistischer Theologie analysiert und dann Johannes auseinander nimmt, der verpasst die Worte des Lebens. Jesus sagte zu den ungläubigen Theologen seiner Zeit: “Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.” (Johannes 5,39–40, Schlachter 2000) Das Gefühl es hier mit todbringender Theologie zu tun zu haben drängt sich auf, wenn man als gläubiger Christ Udo Schnelle in Bezug auf die Johannesbriefe ließt. Hier einige Zitate: "Die Existenz einer joh. Schule erklärt sowohl die diachrone Komplexität als auch die synchrone Einheitlichkeit des 4. Evangeliums. Johannes gibt sich in Joh 20,30 f als ein kritisch auswählender, nach theologischen Überlegungen gestaltender Autor zu erkennen, der zahlreiche heterogene Einzeltraditionen aus verschiedenen Überlieferungsbereichen zu einem theologisch wie literarisch wohldurchdachten neuen Ganzen fügte." "Taeger ... sieht starke Verbindungslinien zwischen der Offenbarung und einem ›deutero-johanneischen‹ Denken, das sich in den Johannesbriefen und einer Redaktionsschicht des Evangeliums zeige. Die deutero-johanneische Zwei-Stufen-Eschatologie mit ihrer futurischen Ausrichtung (vgl. Joh 5,28f; 6,39.40.44.54; 12,48; 1Joh) und die Offenbarung treffen sich danach in einer Konzeption, »die den innerhalb der johanneischen Tradition vorgegebenen Gegenwartsaspekt des Lebens um den Zukunftsaspekt erweitert und beide miteinander verknüpft« ... Die Apokalypse ist aber nicht als proto- oder ›deuterojohanneisch‹ einzustufen, sondern »– unter Berücksichtigung der in der Apk verstärkt fortgeführten Entwicklung – als tritojohanneisch.«" Ob die anderen Bücher der Kommentarreihe "für eine exegetisch-theologisch verantwortete Predigt und Verkündigung" mehr taugen kann ich nicht sagen, aber wenn Udo Schnelle ein Beispiel der Herangehensweise solcher Theologen ist, dann kann man diese Kommentarreihe für Predigt und Verkündigung keinesfalls empfehlen.
    1. danke dir für den Kommentar - sehr nützlich!
    2. "Die deutero-johanneische Zwei-Stufen-Eschatologie" :D Ich brech ab, das ist so ein behinder(n)der Schreibstil. Ich (bildungsfern) hab mich köstlich amüsiert beim Lesen deiner Rezession. Es gibt nichts einzuwenden gegen Fachterminologie, dort wo sie der Raffung einer Aussage innerhalb einer Forschergruppe dient. Aber wenn sie dann in so einem glaubensfernen Setting geliefert wird, wie deine Auszüge nahelegen, verkommt dieser akademischer Schwurbsel zur reinen Zeitverschwendung, für den ernsthaft Forschenden, dem nur ca. 80 Lebensjahre zur Verfügung stehen.
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